SPIRITUELLES LAUFEN Die Seite für bewegte Christen
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(H)Eilige Schrift

14 bibelkundliche Fakten für Läufer und Christen, die in Bewegung bleiben wollen

Das verbreitetste und weiseste Laufbuch der Welt: die Bibel

 

  1. Explizit kommt das sportliche Laufen in der Bibel nur bei Paulus vor – und hier gleich an zwei Stellen: 1Kor 9,24f. und Phil 3,13f.
     
  2. Im so genannten „Paulus-Testament“ aus dem deuteropaulinischen 2. Timotheus-Brief blickt der Apostel wie ein Läufer auf sein Leben zurück: »Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe das Ziel des Laufes erreicht, ich habe am Glauben festgehalten« (2Tim 4,7).
     
  3. Paulus Neigung zu sportlichen Bildern verdankt sich seinem eineinhalb Jahre langen Aufenthalt in Korinth 51/52, bei dem er auch die Isthmischen Spiele besuchte – die damals nach den Olympischen Spielen zweitgrößte Sportveranstaltung der Welt.
     
  4. Von seinen 30 000 Reisekilometern legte Paulus rund ein Drittel zu Fuß zurück.
     
  5. Der Urvater des auserwählten Volks Israel, Abraham, wird von Gott persönlich mit den Worten „Lech lecha!“ (Gen 12,1) auf den Weg geschickt – das heißt so viel wie „Geh‘ zu dir selbst“. Daraufhin wandert er insgesamt rund 2000 Kilometer durch den Nahen Osten.
     
  6. Das Volk Israel wird bei seinem Auszug aus der ägyptischen Sklaverei von einem sich bewegenden Gott durch die Wüste geführt: tagsüber geht er als Wolkensäule, des Nachts als Feuersäule voran (Ex 13,21).
     
  7. Bei der Wüstenwanderung der Israeliten steht nicht die Ankunft im „Gelobten Land“, sondern die Bewegung im Vordergrund: Sie haben mit der Bundeslade ein mobiles Heiligtum dabei – die spätere Zentralisierung der Religion mit Tempel und König geschieht ausdrücklich gegen den Willen Gottes (vgl. 1Sam 8,1-8, Jes 66,1 und die so genannte „Jotamfabel“ in Ri 9).
     
  8. In der Hebräischen Bibel zeigt sich eine Konkurrenz zweier Gottesvorstellungen: ein Gott des Weges, aus nomadischen Quellen gespeist, und ein Gott der heiligen Orte, wie er den sesshaften Bevölkerungsteilen Kanaans näher lag. Auf Dauer hat sich aber – trotz Königtum und Tempelbau – in der biblischen Überlieferung der Gott des Weges und das „wandernde Gottesvolk“ durchgesetzt.
     
  9. Der beeindruckendste Ultraläufer der biblischen Geschichte ist der Prophet Elias: Nach einer Morddrohung „läuft er um sein Leben“ vom Berg Karmel an der Mittelmeerküste bis nach Beerscheba in der Negev-Wüste – rund 150 Kilometer (1Kön 19,3). Dort liegt er völlig erschöpft unter einem Ginsterstrauch, als ihm ein Engel erscheint, geröstetes Brot und Wasser bringt und ihn auffordert: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes, dem Horeb“ (1Kön19,7f.).
     
  10. Das erste, was die Geburt von Jesus auf der Welt auslöst, ist ein In-Bewegung-Setzen: Bei Lukas sind es die Hirten auf dem Feld, bei Matthäus die Weisen aus dem Morgenland, die sich auf den Weg machen.
     
  11. Der Wanderprediger Jesus von Nazaret versteht sein Unterwegssein so radikal, dass er sogar auf einen festen Wohnsitz verzichtet. Wer ihm nachfolgen will, muss sich so spontan entscheiden, wie man sich einem Läufer anschließt: Da bleibt zum Beispiel keine Zeit, seinen Vater zu beerdigen oder sich von seiner Familie zu verabschieden (Lk 9,59-62).
     
  12. Eines der sieben Ich-bin-Worte von Jesus aus dem Johannes-Evangelium lautet: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). „Der neue Weg“ nannten sich die ersten Judenchristen.
     
  13. Die Nomaden zu Abrahams Zeiten waren ca. 20 Kilometer pro Tag unterwegs; ein jüdischer Wanderprediger zur Zeitenwende etwa 10 Kilometer pro Tag. Heute beträgt der durchschnittliche täglich Aktionsradius eines Menschen in der westlichen Welt 800 Meter.
     
  14. Den Grundgedanken „Christsein = in Bewegung sein“ hat der Hebräerbrief zum Leitmotiv des wandernden Gottesvolkes ausgebaut: „Lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist. Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie und macht sichere Schritte mit euren Füßen, damit nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“ (Hebr 12,1.12f.; 13,14).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aktuelles

42 Fragen

von Achim Achilles an mich zum Thema (spirituelles) Laufen auf Spiegel Online.

 

Praktische Arbeitshilfe

Burkhard Knipping, verantwortlich für die Männerpastoral im Erzbistum Köln, hat eine kompakte und kostenlose Arbeitshilfe zum spirituellen Laufen zusammengestellt. Download hier.

 

ZEIT-Reportage 

Hier geht's zu einer Story in der ZEIT vom 30. April 2014 über das spirituelle Laufen.

 

Bibel-TV-Interview

Ein 25-minütiges Gespräch über das gleiche Thema mit Wolfgang Severin von Anfang 2015 finden Sie hier.

 

Lesetipps

Mein Portrait des Kirchenkritikers
Sören Kierkegaard
ist im W
ichern-Verlag erschienen.

Mehr Infos in der Webausstellung

 

Vom Skeptiker zum Christen in 42 Schritten - das beschreibt mein (leider nur noch antiquarisch erhältliches) Buch

»Marathon zu Gott«.

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Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht und das Seine tut, wie es recht ist! (Psalm 112,5)
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