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 Raum 2: Zitate über und von Kierkegaard



DOROTHEE SÖLLE (1929-2003)

 

„Kierkegaard verführte mich in die Religion. Ich verschlang ihn. Heute könnte ich sagen, dass ich mich in Sören verliebt hatte … Kierkegaard war weder Dichter noch Philosoph, er war ein Prediger in einer säkularisierten Gesellschaft, der den christlichen Glauben erläuterte und verteidigte; ein absurdes Unternehmen, für das verbürgerlichte Christentum ebenso wie für die geschäftstüchtige Welt.“ Bild: Kreuz-Verlag

 

LUDWIG WITTGENSTEIN (1889-1951)

 

Kierkegaard war bei Weitem der tiefste Denker des letzten Jahrhunderts. Kierkegaard war ein Heiliger.“
Bild: Wikipedia

JEAN PAUL SARTRE (1905-1980)

 

Hier wie überall muss man gegen Hegel Kierkegaard ins Feld führen, der die Ansprüche des Indviduums als solchem vertritt. Das Individuum verlangt seine Erfüllung als Individuum, die Anerkennung seines konkreten Seins und nicht das objektive Auseinandernlegen einer allgemeinen Struktur.“ Bild: Questmachine

 

THEODOR W. ADORNO (1903-1969)

 

In Kierkegaards Massenfeindschaft, so konservativ er sich gebärdet, steckt ähnlich wie bei Nietzsche etwas von der Einsicht in die Verstümmelung des Menschen durch die Beherrschungsmechanismen, die ihn zur Masse machen.“

Bild: Wikipedia


KARL BARTH (1886-1968)

 

Die Ahnenreihe, an der wir uns zu orientieren haben, läuft über Kierkegaard zu Luther und Calvin, zu Paulus, zu Jeremias.“ Bild: Wikipedia

 

 

ERNST BLOCH (1885-1977)

 

Der letzte wirklich protestantische Christ.“

Bild: Wikipedia

EUGEN DREWERMANN (*1940)

 

Richtig ist, dass ich mit 17 Jahren damals in einer schweren Krise steckte ... Kierkegaard war derjenige, der die Worte fand für das, was ich erlebte. Sein ganzes Denken ging um Angst, um Verzweiflung, um Krankheit zum Tode. Genau das entspricht mir sehr und war für mich damals der einzige Weg, um zu überleben. Und es war wichtiger als jeder Papst, jeder Religionslehrer. Es war die einzige geistige Autorität, die ich damals hatte.“                Bild: Wikipedia



EINE AUSWAHL VON

KIERKEGAARD-ZITATEN

 

 

 

 

 


Bild: Gemälde von Luplau Janssen, undatiert

 

 

 

Heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen.

 

Ich erlaufe mir jeden Tag den Zustand des Wohlseins. Je mehr man stillsitzt, desto näher ist man dem Gefühl der Krankheit.

 

Genies sind wie Gewitter. Sie bewegen sich entgegen der Windrichtung, erschrecken die Menschen und säubern die Luft.

 

Ich unterhalte mich am liebsten mit Kindern: denn von ihnen darf man doch hoffen, dass sie noch vernünftige Wesen werden.

 

Es ist wahr, was die Philosophie sagt, dass das Leben rückwärts verstanden werden muss. Aber darüber vergisst man den andern Satz, dass vorwärts gelebt werden muss.

 

Die Menschen sind doch unverständig. Von den Freiheiten, die sie besitzen, machen sie nie Gebrauch, fordern aber die, welche sie nicht besitzen.

 

Bekanntlich gibt es Insekten, die im Augenblicke der Begattung sterben. So ist's mit aller Freude: der Moment des höchsten und herrlichsten Genusses im Leben kommt in Begleitung des Todes.

 

Ach, die Tür des Glücks geht nicht nach innen, so dass man auf dieselbe losstürmen und sie aufdrücken könnte. Sie geht nach außen; man kann also nichts dabei machen.

 

Von allen lächerlichen Dingen will es mir als das lächerlichste vorkommen, in der Welt emsig beschäftigt zu sein, ein Mann zu sein, der muntren Mutes und eilig bei seinem Geschäfte ist.

 

Rätselhaft muß man nicht allein andern sein, sondern auch sich selbst. Ich studiere mich selbst; bin ich dessen müde, so rauche ich zum Zeitvertreib eine Zigarre und denke: Gott der Herr weiß, was er eigentlich mit mir gemeint hat, oder was er aus mir machen will.

 

Der eigentliche Genuß liegt nicht in dem, was man genießt, sondern in der Vorstellung.

 

Was die Philosophen von der Wirklichkeit sagen, ist oft geradeso täuschend, wie wenn man bei einem Trödler auf einem Schilde liest: »Hier wird gebügelt.« Käme man nun mit seiner Wäsche, um sie gebügelt zu bekommen, so wäre man angeführt: denn das Schild steht da bloß zum Verkaufe.

 

Wie ein Erbe, und wäre er auch Erbe aller Schätze der Welt, sie doch nicht besitzt, bevor er mündig geworden ist, so ist selbst die reichste Persönlichkeit nichts, bevor sie sich selbst gewählt hat, und andererseits ist selbst das, was man die ärmste Persönlichkeit nennen müsste, alles, wenn sie sich selbst gewählt hat; denn das Große ist nicht, dieses oder jenes zu sein, sondern man selbst zu sein; und das kann ein jeder Mensch, wenn er will.

 

Nicht die ganze Welt vermag eines Menschen Seele zu befriedigen, die Verlangen nach dem Ewigen fühlt.

 

Dass das Weib sinnlicher ist als der Mann, das zeigt sogleich ihre leibliche Bildung an

 

Nur die Wahrheit, die erbaut, ist Wahrheit für dich.

 

Nur Leid bildet für die Ewigkeit; denn die Ewigkeit ist im Glauben, aber der Glaube ist im Gehorsam, aber der Gehorsam ist im Leiden.

 

Die Unmittelbarkeit gibt im Unglück den Geist auf, im Leiden beginnt das Religiöse zu atmen.

 

Je weniger Geist, desto weniger Angst.

 

Es ist keine Kunst, ein Mädchen zu verführen, aber ein Glück, eines zu finden, das es wert ist, verführt zu werden.


Ein logisches System kann es geben, aber ein System des Daseins kann es nicht geben.

 

Die Christenheit hat, ohne es recht selber zu merken, das Christentum abgeschafft.

 

Jedoch soll man vom Paradox nichts Schlechtes denken, denn das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens, und der Denker, der ohne Paradox ist, der ist wie ein Liebhaber ohne Leidenschaft: ein mittelmäßiger Patron. Aber die höchste Potenz jeder Leidenschaft ist es immer, ihren eigenen Untergang zu wollen, und so ist es auch die höchste Leidenschaft des Verstandes, den Anstoß zu wollen, obgleich ihm der Anstoß auf irgendeine Weise zum Untergang werden muss. Dies ist also das höchste Paradox des Denkens, etwas entdecken zu wollen, was es selbst nicht denken kann.

 

Wer sich mit Gott nicht auf die Art und Weise der unbedingten Hingabe einlässt, der lässt sich überhaupt nicht mit Gott ein. Im Verhältnis zu Gott kann man sich nicht bis zu einem gewissen Grade einlassen, denn Gott ist gerade der Gegensatz zu all dem, was bis zu einem gewissen Grade ist.

 

Wir gewöhnlichen Menschen bitten Gott, er möge ein Ende mit den Leiden machen und uns bessere Zeiten schicken - so finden wir Trost im Gebet. Dagegen bittet der Wahrheitszeuge Gott, er möge ihn stärken, damit er im Leiden aushalten könne: Er also betet sich in das Leiden immer tiefer hinein. Je innerlicher er betet, desto mehr nähert er sich Gott, und desto mehr setzt er sich im Leiden fest. Hast du Mut, so zu beten?

Aktuelles

42 Fragen

von Achim Achilles an mich zum Thema (spirituelles) Laufen auf Spiegel Online.

 

Praktische Arbeitshilfe

Burkhard Knipping, verantwortlich für die Männerpastoral im Erzbistum Köln, hat eine kompakte und kostenlose Arbeitshilfe zum spirituellen Laufen zusammengestellt. Download hier.

 

ZEIT-Reportage 

Hier geht's zu einer Story in der ZEIT vom 30. April 2014 über das spirituelle Laufen.

 

Bibel-TV-Interview

Ein 25-minütiges Gespräch über das gleiche Thema mit Wolfgang Severin von Anfang 2015 finden Sie hier.

 

Lesetipps

Mein Portrait des Kirchenkritikers
Sören Kierkegaard
ist im W
ichern-Verlag erschienen.

Mehr Infos in der Webausstellung

 

Vom Skeptiker zum Christen in 42 Schritten - das beschreibt mein (leider nur noch antiquarisch erhältliches) Buch

»Marathon zu Gott«.

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Herrnhuter Tageslosung

Lasst euer großes Rühmen und Trotzen; denn der HERR ist ein Gott, der es merkt, und von ihm werden Taten gewogen. (1.Samuel 2,3)
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